Chronik

Von der Gründung bis heute

 

1890 


Sonntag, den 23. November 1890 fand in Höbersdorf unter dem Vorsitze des Hochwürden Herrn Pfarrers A. Sturm die Konstituierung der neu gegründeten freiwilligen Feuerwehr statt. Der Obmann des Bezirksverbandes Stockerau, Herr Josef Ecker, welcher bei der Gründung von Feuerwehren unermüdliche Tätigkeit an den Tag legt, erklärte den Versammelten den Nutzen und die Notwendigkeit einer Feuerwehr, ermahnte sie zu Einigkeit und Ausdauer und legte ihnen die fleißige Abhaltung von Übungen recht dringend ans Herz.

Bei der hierauf vorgenommenen Wahl der Vereinsvertretung wurden gewählt:
Herr Bürgermeister Johann Kruckner zum Hauptmann, Herr Josef Hein zu dessen Stellvertreter, Herr Thomas Zeitler zum Schriftführer, Hochwürden Herr A. Sturm zum Kassier, die Herren Koi, Schaffer und Satzinger zu Ausschüssen.

Das Wahlergebnis wurde mit Beifall zur Kenntnis genommen. Zum Schluße dankte der Herr Bürgermeister dem Herrn Obmanne des Bezirksverbandes für dessen Bemühungen, worauf die Versammelten ein dreimaliges begeistertes Hoch anstimmten. Zeugen dieses schönen Festes waren Deputationen der freiwilligen Feuerwehren Ober-Mallebern und Leitzersdorf.

Um das Zustandekommen dieser Feuerwehr haben sich besondere Verdienste erworben:
Herr Bürgermeister Johann Kruckner und Herr Oberlehrer Thomas Zeitler, welche nicht eher ruhten, bis das schöne Werk gelang.

Im Jahre 1890 erhielt unsere Wehr auch finanzielle Unterstützung des Grafen Schönborn, der Firma Bruckner und der Firma Dowedoofki.

Am 1. April wurde die Aufnahme in den Landesverband durch den niederösterreichischen Landesausschuss genehmigt.

 

1891


Am 10. Jänner wurde die Statuten durch die Hoh. NÖ Statthalterei genehmigt und in den Bestand aufgenommen.

Bereits ab März wurden Übungen abgehalten, um die neuen Geräte kennenzulernen. Bald darauf war die Bewährungsprobe unserer Wehr, da ein Großbrand unsere Gemeinde bedrohte und noch drei weitere Brandeinsätze in den Nachbargemeinden gefahren wurden.

 

1892


Auch in diesem Jahr war unsere Feuerwehr bei zwei Brandeinsätzen in Göllersdorf und Hatzenbach im Einsatz. Weiters waren sie auch bei einem Unwettereinsatz in Zissersdorf tätig.

 

1893


Am 17. April - Feuer in Oberhautzental, wo unsere Feuerwehr als erste zum Einsatz kam. Der Brand konnte abgelöscht werden und unsere Wehr konnte wieder abrücken.

Am selben Tag wurde wieder Feueralarm in Oberhautzental gegeben. Wieder war unsere Feuerwehr als erste am Einsatzort. Diesmal konnte der Steiger Josef Spill eine alte Frau in letzter Minute aus dem brennenden Haus retten. Somit war dies  die erste Menschenrettung, die unsere Feuerwehr verzeichnen konnte.

 

1894


Am 2. Jänner brach in der Kunstdüngerfabrik Feuer aus und am 31. Mai rückte zu einem Scheunenbrand im Ort aus. In beiden Fällen war unsere Wehr als erste am Einsatzort und konnte den Brand rasch ablöschen.

 

1900


Am 27. Mai ging ein außergwöhnlicher Wolkenbruch mit sehr viel Hagel nieder. Unsere Feuerwehr musste viele Keller mit der Handspritze auspumpen. Unterstützung kam von der Freiwilligen Feuerwehr Obermallebarn. Die Auspumparbeiten dauerten mit 28. Mai nachts.

 

1901


Am 27. Jänner veranstaltete die Feuerwehr ihren ersten Feuerwehrball, um die finanzielle Situation etwas zu verbessern. Überraschend war Hauptmann Josef Berger am 11. Februar verstorben. Das Begräbnis fand am 14. Februar statt.

In diesem Jahr wurde bei der Gemeinde um Zuweisung eines Bauplatzes für ein Requisitenhaus ersucht. Unsere Feuerwehr rückte dieses Jahr zu drei Brandeinsätzen in Sierndorf aus. Am 10. Oktober feierte unsere Feuerwehr ihr 10-jähriges Bestandsjubiläum.

 

1905


Am 10. April, um 03:30 Uhr früh wurde unsere Feuerwehr zum Brand des Hauses von Herrn Hörzig gerufen. Die Situation war sehr gefährlich, da die Nachbargebäude von Herrn Koy und Herrn Binder ergriffen wurden. Nur dem schnellen Eingreifen unserer Ortsfeuerwehr und der Feuerwehr Obermallebarn war es zu verdanken, dass diese beiden Gebäude gerettet wurden. Das Haus der Herrn Hörzig und die angrenzende Scheune wurden ein Raub der Flammen.

 

1914


Am 28. Juni wurde das Thronfolgerpaar Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie in Sarajewo ermordet. Am 28. Juli erfolgt die Kriegserklärung an Serbien, der Erste Weltkrieg brach aus. Bereits in gleichem Jahr wurden einige unserer Feuerwehrmitglieder zum Militärdienst einberufen. Am 21. November starb der 86-jährige Kaiser Franz Joseph I. mitten im Krieg.

 

1921


Am 24. Februar verunglückte unser Mitglied Josef Koy. Bei Holzarbeiten wurde er von einem Baum erschlagen. Am 15. Mai beteiligte sich unsere Wehr beim Autospritzenfest in Stockerau. wo die Freiwillige Feuerwehr Stockerau das erste motorisierte Feuerwehrauto "Daimler Benz" erhielt.

 

1927


Im März brannten zwei Scheunen in Senning nieder, wo unsere Feuerwehr bei der Brandbekämpfung half. Am 8. Juli wurde vom Niederösterreichischen Landtag ein neues Gesetz zur Regelung der Feuerpolizeiordnung erlassen.

 

1931


Bei der Generalversammlung am 1. Jänner wurde der Kauf einer Motorspritze bei der Firma Knauß beschlossen.. Der Streifwagen dazu wurde von Herrn Kerschbaum angefertigt. Am 21. März wurde uns von der Firma Knauß die Motorspritze mit einer Einschulung übergeben. Die feierliche Einweihung der neuen Gerätschaft erfolgt am 17. Mai. Die Spritzenpatin Frau Maria Weigl wurde vom Herrn Hauptmann mit der festlich geschmückten Kutsche abgeholt. Zu diesem Feste sind viele Ehrengäste und 22 Feuerwehrvereine erschienen.

Am 7. August erhielt die Motorspritze ihre Feuertaufe beim Brand in Unterhautzental. Eine strohgedeckte Scheune stand in Flammen

 

1934


Mitte Februar kam es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen in den Groß- und Industriestädten wie in Wien.

Am 25. Juli kam es zu einem nationlasozialistischen Putschversuch, dem sogenannten Juliputsch. Bundeskanzler Engelbert Dollfuß wurde bei einem Angriff durch SS-Männer auf das Bundeskanzleramt erschossen. Am 30. Juli wurde in unserer Kirche ein Requium zu Ehren des getöteten Bundeskanzlers Dollfuß abgehalten, wo sich unsere Feuerwehrverein beteiligte.

 

1942


Durch Einberufung der wehrfähigen Männer wurde der Mannschaftsstand unserer Feuerwehr entscheidend geschwächt. Aus diesem Grund wurden verstärkt die Jugendlichen zum Feuerwehrdienst angeheuert. Dementsprechend wurden beinahe wöchentlich Übungen abgehalten.

In diesem Jahr gab es so viel Schnee und Schneeverwehungen, wie es seit Menschengedenken noch nicht gab. Der Straßen- und Bahnverkehr kam völlig zum Erliegen.

 

1945


Die Luftangriffe erreichten in den Sommermonaten ihren Höhepunkt. So wurde irrtümlich anstatt des Senninger Lagers Oberolberndorf bombardiert. Unter dem schweren Bombardement mussten 30 Einwohner ihr Leben lassen.

 

1946


Am Dienstag dem 8. Mai marschierten die ersten Russen ein. Diese kämpfende Truppe verursachte schwere Plünderungen in unserem Ort. Die Besatzer verließen erst am 30. Mai 1947 Höbersdorf.

 

1947


Die Feuerwehr konnte wieder ihre Tätigkeit aufnehmen, so wurde auch wieder ein Feuerwehrball am 9. Februar abgehalten.

Am 18. Mai fuhr unsere Feuerwehr zu zwei Scheunenbränden nach Oberhautzental.